Covid19 - Meine Impfung mit deutlicher Impfwirkung

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Wir krempeln die Ärmel hoch. Haben sie gesagt.
Gemeinsam gegen Sars-Cov-2 haben sie gesagt.
Von Anfang an und jedes Mal habe ich immer ja gesagt.
Und jetzt sitze ich hier und spüre wie ernst mein Körper diese Aussagen nimmt.
Er kämpft.

Mit diesem Bericht möchte ich zeigen, das eine Impfung Folgen haben kann. Dies aber für mich kein Argument ist um gegen eine Impfung zu sein.

Der Weg zur Impfung

Seit fast einem Jahr befinden wir Pflegekräfte uns, wie alle anderen im medizinischen Bereich tätigen, im Ausnahmezustand.

Es war schnell klar. Besonders in Pflegeheimen gilt es die Bewohner zu schützen.

Dies bedeutete für uns Pflegekräfte, uns mit mehreren Ängsten auseinander zu setzen.

  • Hoffentlich stecke ich mich nicht an,
  • hoffentlich bin ich nicht derjenige der das Virus an die Bewohner überträgt
  • hoffentlich halten sich meine Kolleginnen an die Empfehlungen
  • hoffentlich übertragen die Kinder meiner Kolleginnen das Virus nicht.

Für uns bedeutete dies, wie sicherlich für viele andere auch, dass wir unsere Kontakte auf das minimale herunter gefahren haben.

Masken waren, sowohl privat, als auch beruflich, für mich schon sehr früh Standard. Unabhängig von einer Maskenpflicht.

So überstanden wir ganz gut die erste Welle. Doch im November 2020 änderte sich die Lage.

Hatten wir im Frühjahr 2020 noch Glück.

Traten im Pflegeheim, in dem ich arbeite, Mitte November die ersten Covid19-Fälle auf.
Schnell breitete sich das Virus aus. Immer mehr Bewohnerinnen und auch viele Kolleginnen wurden infiziert.

Ab dem Moment ging es nur noch darum:

  • wie schaffen wir es, die Bewohner, die noch nicht erkrankt sind zu schützen.
  • wie schaffen wir es die Dienste aufrecht zu erhalten,
  • und wie schaffe ich es mich nicht zu infizieren. Auch um meine Frau zu schützen.

Familenbesuche, seither noch die einzigsten soziale Kontakte, haben wir komplett eingestellt.

Unsere Tochter haben wir, da wir alle in der Pflege arbeiten, sowieso und zum leidwesen Aller, schon seit April 2020 nicht mehr gesehen.

Ab Mitte November beendete ich jeden Dienst mit der Frage: “Haben die Schutzmaßnahmen ausgereicht. Oder habe ich mich infiziert?”

Letzendlich erklären kann ich es mir nicht.
Aber ich schaffte es - bis zum heutigen Tag - mich nicht anzustecken.
In der Zeit von November bis Anfang Januar habe ich über 40 infizierte Bewohner nächtelang - mit engstem Körperkontakt, der bei Pflegehandlungen unvermeidbar ist - versorgt.
Leider hatten einige davon einen sehr schweren Verlauf mit deutlichen Symptomen und manche sind auch gestorben. Eine sehr belastende Zeit für meine Familie, meine Kolleginnen, die Bewohnerinnen und deren Familien.
Trotzdem gehöre ich zu den wenigen Kolleginnen, die sich nicht infiziert haben.

Welche ein Glück.

Plötzlich Priorität 1

“Pflegekräfte gehören bei Impfungen zur ersten Gruppe."
Als ich das hörte, konnte ich es erst nicht glauben.

Sind wir Pflegekräfte es doch nicht gewohnt, bei etwas an erster Stelle zu stehen.

Wir finden sonst immer am anderen Ende der Aufmerksamkeitsskala statt.

Mobil geimpft

Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter haben den Vorteil. Wir mussten uns nicht - wie meine Frau, sie ist Mitarbeiterin in einem ambulanten Pflegedienst - und all die anderen Kolleginnen und Mitmenschen der Priogruppe 1, selbst um einen Impftermin kümmern.
Die Pflegeheime werden von mobilen Impfteams besucht.

Das war dann Mitte Januar der Fall. Ich bekam die erste Impfung.

Eigentlich eine verrückte Geschichte. Gerade mal ein Jahr nachdem ein neuartiges Virus nachgewiesen wurde. Haben wir einen Impfstoff, und ich bekomme ihn schon verabreicht.

Anfangs war ich einfach nur froh, dass ich diese Möglichkeit hatte und es war ein Hoffnungsschimmer für mich. Eine Hoffnung auf Normalität.

Ernüchtert und genervt haben mich aber die vielen Kolleginnen, die den Schrott aus dem Internet als Wahrheit verbreitet haben und Stimmung gegen eine Impfung gemacht haben.

Getrübt wurde meine eigene Freude auch dadurch, dass für meine Frau im örtlichen Impfzentrum, das keine 500 m von uns entfernt ist, aufgrund von Impfstoffmangel, kein Termin zu bekommen war.

Trotz allem, krempelte ich also meinen linken Ärmel hoch und bekam die erste Dosis.

Entgegen all der Prophezeihungen spürte ich von der ersten Impfung keinerlei Folgen oder Beeinträchtigungen. Außer dem obligatorischen Schmerzen im Arm, an der Einstichstelle.

Drei Wochen später - Impfung 2

Nach langen drei Wochen, des Wartens stand für mich Anfang Februar der zweite Impftermin an.

Inzwischen hatte auch meine Frau Glück. In einem 20 km entfernten Impfzentrum hat sie einen Termin Impftermin bekommen. So schnell, dass Sie auch schon die 1. Impfung erhalten hat. Mit den gleich geringen Impffolgen, wie es bei mir auch schon der Fall war.

Trotzdem blieben für mich ambivalente Gefühle. Auch wenn wir Beide in ein paar Wochen eine Immunität gegen einen schweren Verlauf erreichen werden. Das was um uns herum passiert - Mutationen und der Ruf nach Lockerungen - lässt mich nicht auf ein schnelles Ende der Pandemie hoffen.

Trotz allem, krempelte ich zum zweiten Mal den linken Ärmel hoch und bekam Impfung Nummer zwei.

Impfwirkung mit voller Wucht

Ich wurde morgens geimpft und schon davor spürte ich, dass meine Verfassung nicht die Beste ist.

So stellten sich schnell die Schmerzen im geimpften Arm ein.

Gegen abend fröstelte ich.

Meine Temperatur stieg. Dann wechselte sich frieren mit Schweißausbrüchen ab.

Meine Nebenhöhlen schmerzten.

Meine Kraft nahm ab.

In der Nacht klappte es mit dem Schlafen nicht so.

Es fühlte sich an, als ob eine Grippe auf mich zu rollt. Ich fühlte mich seit wirklich langem mal wieder richtig krank.

Ich nahm dann Ibuprofen 400. Damit ging es mir besser.

Am Tag nach der Impfung zeigte mir mein Körper deutlich und schnell die Grenzen auf. Es fehlte die Kraft und er wollte wohl erstmal ein bischen Ruhe.

Nachdem ich von der ersten Impfung verwöhnt war. Traf mich dies einigermaßen unerwartet.

Auf der anderen Seite bin ich froh, dass mein Körper eine deutliche Reaktion zeigt.

Die zweite Nacht nach der Impfung war dann schon deutlich besser.

Am darrauffolgenden Tag fühlte ich mich noch etwas schwächer, als ich es gewohnt war. Hatte ab und zu Schweißausbrüche. Aber die Einschränkungen waren da deutlich weniger wahrnehmbar.

Die Schmerzen im Arm und rund um die Einstichstelle haben dieses mal deutlich schneller abgenommen.

Impfung - ja oder ja

Da regt mich ja schon die Frage auf. Ich bin immer noch ganz klar Team-Pro-Covid19-Impfung.

Ich habe deutliche körperliche Reaktionen verspürt. Kolleginnen von mir sind durch die Impfungen ausgefallen. Für 1-3 Tage.

Ohne negative Auswirkungen wäre so eine Impfung natürlich noch viel besser.

Aber eine flächendeckende Imfpung ist der einzigste Weg in eine Welt, indem Covid19 wenigstens keine Pandemie mehr ist.

In der ich mir keine Gedanken mehr machen muss,

  • dass ich für Bewohner eine tödliche Gefahr bin,
  • dass ich von der Arbeit einen Virus mit nach Hause trage, der für meine liebsten Menschen tödlich oder einschränkend wirken kann.

Schon alleine aus dem Grund nehme ich gerne ein bis drei Tage sich krank fühlen in Kauf.

Positiv finde ich, dass in den letzten Wochen die Zahl derjenigen die auch so denken, deutlich zu genommen hat.

Das macht mir Mut.

Mythen und Falschinformationen zur Impfung zurechtgerückt

Offizielle Seite: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-informationen-impfung

Volksverpetzer.de: So sicher sind Impfungen - Impfung und Langzeitfolgen

Correctiv.org: Corona-Impfung - Die häufigsten Behauptungen im Faktencheck

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